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Geschichte des LKH Südsteiermark - Standort Bad Radkersburg
Das Krankenhaus in Radkersburg bis zum Jahr 1898

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Das Jubiläum „100 Jahre Landeskrankenhaus Radkersburg“ bezieht sich auf das Gebäude in Altneudörfl. Die Institution „Krankenhaus Radkersburg“ wurde aber schon 1840 gegründet. Das Krankenhaus wurde aus öffentlichen Mitteln und Spenden errichtet und erfüllte neben der Krankenpflege auch soziale Aufgaben. Es bekam bei der Gründung Kommunalvermögen des bürgerlichen Spitals und verpflichtete sich deshalb, auch der notleidenden Bevölkerung zu helfen.
Am 2. Jänner 1841 schenkte Franz Karl Graf Wurmbrand der Anstalt das sogenannte „Wurmbrandhaus“ am Hauptplatz. Das Krankenhaus erhielt außerdem 8000 Gulden aus der Kaiserjubiläumsstiftung. Die Verpflegungsgebühr wurde mit 16 Kreuzern pro Tag und Kopf gering gehalten. Die Anstalt war dadurch von finanziellen und materiellen Zuwendungen abhängig. So musste in den ersten Jahren der Chirurg Jandl die chirurgischen Eingriffe unentgeltlich verrichten. 1841 wurden insgesamt 25 Personen aufgenommen und behandelt, 1843 waren es bereits 45 Menschen.




Stiftungshaus in der Dr. Kamniker Straße (links vorne)
[Bildvergrößerung] Stiftungshaus in der Dr. Kamniker Straße (links vorne)
Krankenhaus Radkersburg (um 1900)
[Bildvergrößerung] Krankenhaus Radkersburg (um 1900)

Aus dem Bericht der „Vorstehung des hiesigen Krankenhauses 1843“:

„ Mag hierüber so mancher Wunsch gehegt werden, so glaubt man doch hierauf erwidern zu dürfen, dass bisher jeder von der Anstalt Hilfe Suchender bereitwillig aufgenommen, und ihm in Hinsicht ärztlicher Behandlung, Medikamente und der nöthigen Verpflegung jede Sorgfalt gewidmet wurde, wenn man auch sonst nicht immer den Wünschen des Einzelnen zu entsprechen vermochte, wobey man aber auch zu erwägen beliebe, dass die Anstalt noch erst im jugendlichen Alter stehet, und nur noch über sehr beschränkte Geldkräfte gebiethen kann.“

1866 wurde aufgrund eines steirischen Landesgesetzes aus dem städtischen Krankenhaus eine allgemein öffentliche Krankenanstalt, mit der Verpflichtung, jeden Kranken aufzunehmen. Zuerst stand das Krankenhaus am Frauenplatz, übersiedelte später in das sogenannte „Stiftungshaus“ in der Ungarnstraße, bis es zuletzt 1898 im neuerbauten Haus in Altneudörfl seinen gegenwärtigen Platz fand.



100 Jahre LKH Radkersburg - 1898 bis 1920
Erster Röntgenapparat, ca. 1906
[Bildvergrößerung] Erster Röntgenapparat, ca. 1906
Prim. Dr. Josef Kuras (vierter v.l.) und Dr. Franz Kamniker (dritter v.l.)
[Bildvergrößerung] Prim. Dr. Josef Kuras (vierter v.l.) und Dr. Franz Kamniker (dritter v.l.)
Operation am rechten Unterschenkel zur Zeit von Dr. Franz Kamniker
[Bildvergrößerung] Operation am rechten Unterschenkel zur Zeit von Dr. Franz Kamniker

Seit April 1897 war Dr. Franz Kamniker als Arzt am Radkersburger Krankenhaus angestellt. Zwei Jahre später übernahm er die Leitung der chirurgischen Abteilung. Leiter der internen Abteilung war Dr. Josef Kuras.
Schon in den Anfängen war der Betrieb modern ausgestattet, so kam bereits 1906 ein Röntgenapparat zum Einsatz.
Ein Großteil der Patienten kam damals aus dem slowenischen Hinterland der Stadt. Das Krankenhaus hatte in der Zeit des Ersten Weltkrieges viele Verwundete zu versorgen.
In der Theatergasse - Ecke Hauptplatz - wurde zusätzlich ein Reservelazarett des Roten Kreuzes errichtet.
Dr. Franz Kamniker wurde am 16. September 1870 in Radkersburg geboren, studierte in Graz und promovierte 1895 zum Doktor der gesamten Heilkunde. Dr. Kamniker spielte auch in der Politik eine bedeutende Rolle. Seit dem Jahr 1901 im Radkersburger Gemeindeausschuss wurde er 1913 zum Bürgermeister-Stellvertreter und im Jahr 1921 zum 
Bürgermeister der Stadt Radkersburg gewählt.
Von Anfang an setzte er sich, nach Zusammenbruch der Monarchie, gegen die slowenische Okkupation der Untersteiermark ein.
Am 13. Mai 1919 wurde er von der steirischen Landesregierung als Vertreter für die besetzte Untersteiermark in die deutschösterreichische Friedensdelegation nach Paris/St. Germain entsandt.



Zwischenkriegszeit - Sparmaßnahmen im Landeskrankenhaus

Mit den Bestimmungen von St. Germain wurde Radkersburg zur Grenzstadt,
verlor über 50% des Gemeindegebietes und das wirtschaftlich bedeutende Hinterland. Die Stadt hatte in der Zwischenkriegszeit mit enormen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Verarmung und Wanderbewegung zu kämpfen. Dazu kam, dass in der Steiermark mehrere Ämter und Institutionen, mit der Begründung, dadurch Einsparungen für das Land zu erreichen, aufgelöst wurden. Auch das Landeskrankenhaus sollte im Juli 1921 gesperrt werden. Die Stadtvertretung und die Ärzteschaft erhoben scharfen Protest gegen die Schließung. Um das Haus ökonomischer führen zu können, wurde der Vorschlag gemacht, die Interne Abteilung mit einer „Siechenanstalt“ für 50 bis 60 Personen zu verbinden. Somit konnte die Schließung abgewendet werden. Allerdings gab es erhebliche Einsparungen. Die chirurgische Abteilung umfasste nur mehr 29 Betten, die Station für Interne Medizin führte 14 Betten. Auch der Weiterbestand der Internen Abteilung war nicht gesichert, da Dr. Josef Kuras jederzeit in den Ruhestand versetzt werden konnte.
Von den Sparmaßnahmen war auch das Personal betroffen. Im Frühling 1922 wurde der Sekundararzt an der chirurgischen Abteilung gekündigt. Von den 12 Schwestern wurden fünf abgebaut. Das Pflegepersonal bestand ausschließlich aus Kreuzschwestern. Der Verwalter des Krankenhauses musste nun die Verwaltungsgeschäfte alleine besorgen. Der Weiterbestand des Krankenhauses schien gesichert, die Einsparungen brachten für den Betrieb aber Nachteile. Jugoslawische Staatsbürger mieden nun das Radkersburger Spital und ließen sich in Muraszombat/ Murska Sobota behandeln, da die Verpflegungsgebühren dort günstiger waren. Auch die Landesregierung begann wieder Abbaupläne zu schmieden. Die Interne Abteilung war ständig unterbelegt und im Sommer 1929 von der Auflassung bedroht - im Jahr 1935 wurde sie sodann geschlossen.



Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
„ Konzert im Hof“ für Verwundete des Zweiten Weltkriegs
[Bildvergrößerung] „ Konzert im Hof“ für Verwundete des Zweiten Weltkriegs
Hochwasser in Radkersburg - die Feuerwehr evakuiert die Schweine aus den Wirtschaftsgebäuden des LKH
[Bildvergrößerung] Hochwasser in Radkersburg - die Feuerwehr evakuiert die Schweine aus den Wirtschaftsgebäuden des LKH
Ernennung Radkersburg zum Kurort Bad Radkersburg
[Bildvergrößerung] Ernennung Radkersburg zum Kurort Bad Radkersburg

Vom 1. Februar 1942 bis Mai 1945 wurde das Krankenhaus zum Reservelazarett.
Ende des Krieges befand sich das Krankenhaus innerhalb der Verteidigungslinie und stand ständig unter Beschuss. Die Kriegsschäden waren enorm, das Gebäude wurde stark beschädigt, Einrichtungsgegenstände, Wäsche und dgl. wurden zum Plünderungsgut.

Provisorium - Notspital
In den ersten Jahren nach dem Krieg wurden Räumlichkeiten des
Hauptgebäudes als Siechenhaus verwendet. Das Isolierhaus diente als provisorisches Krankenhaus. Die ärztliche Betreuung hatte Ob.San.Rat Dr. Höller inne. Währenddessen wurde mit der baulichen Behebung der Kriegsschäden begonnen. Von 1945 bis 1948 steigerte sich die Zahl der Patienten von 38 auf 378.

Wiedereröffnung nach dem Krieg
Am 1. Jänner 1949 wird das Krankenhaus Radkersburg als Landeskrankenhaus mit einer Abteilung eröffnet. In diesem Jahr werden 1.189 Patienten aufgenommen, 764 Operationen durchgeführt und 62 Kinder geboren. Ab diesem Zeitpunkt erlebt das LKH eine rasche Entwicklung:

1960
Auflassung der Isolierabteilung
1962
kommt zur Chirurgischen Abteilung mit Gebärstation eine Interne Abteilung hinzu
1965
Hochwasser in Radkersburg. Das Krankenhaus ist von den Wassermassen besonders gefährdet. Der Betrieb und die Versorgung des Krankenhauses kann nur mit Booten aufrecht erhalten werden.
1970
Der Zubau zum alten Gebäudetrakt wird eröffnet. Hier sind die Klassebetten der Internen Abteilung, Verwaltungsräume, Dienstzimmer der Ärzte und Schwestern, die Röntgenstation und die chirurgische Ambulanz untergebracht. 2.709 Patienten werden in diesem Jahr aufgenommen, 4121 Operationen durchgeführt und 354 Kinder geboren.
1972
Durch abermaliges Hochwasser in Radkersburg war das Landeskrankenhaus vom Wasser eingeschlossen.
1975
Ernennung von Radkersburg zum Kurort Bad Radkersburg. Die Weiterentwicklung des Landeskrankenhauses ist eng mit diesem Ereignis verbunden. In Bad Radkersburg
gibt es zwei Quellen: die magnesiumreiche Mineralquelle zur Behandlung urologischer und nephrologischer Erkrankungen sowie die Thermalquelle bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, bestimmten neurologischen und orthopädischen Erkrankungen sowie zur Nachbehandlung von Verletzungsfolgen wie z.B. Knochenbrüchen.
1976
Eröffnung des Personalhauses.
1976
Beginn eines weiteren Zubaues, in dem sich die Anstaltsküche und das Labor befinden.
1980
Das Landeskrankenhaus umfasst 176 Betten. Die Schwerpunkte des LKH in den 80er Jahren: Neben den allgemein chirurgischen, unfallchirurgischen, urologischen und gynäkologischen Operationen werden vor allem Gelenksplastiken durchgeführt (Einsetzen von Hüft-, Knie-, Ellbogen und Fingerprothesen). Die Interne Abteilung wird um eine Herzüberwachungsstation erweitert.
1986
Die steiermärkische Krankenanstalten GesmbH KAGES verwaltet sämtliche steirische Landesspitäler.
1989
Umbau der Ambulanz und Physiotherapie.
1991
Beginn der Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Tagesrehabilitation für Nephrologie und Urologie sowie dem Magnesiumforum Bad Radkersburg-Graz.
1992
Gründung des Institutes für Anästhesiologie mit Primaria Dr. Orehovsky.
Aufgrund steigender Kosten und der Tendenz der zunehmenden Spezialisierung
wird die Schließung einiger Abteilungen diskutiert und schlussendlich durchgeführt.
1993
Die Gebärstation wird geschlossen.
1996
Enge Zusammenarbeit mit der Klinik „Maria Theresia“ die in der neurologischen und orthopädischen Rehabilitation Modellcharakter für Österreich hat.
90er Jahre
Im Rahmen des Projektes Zukunft LKH Bad Radkersburg wird ein Um- und Zubau mit Spezialisierung beschlossen. Ferner wird die Allgemeine Chirurgische Abteilung 1997 in eine
Orthopädische Abteilung inklusive allgemeiner chirurgischer Akut- und Notversorgung umgewandelt. Der Grundstein dafür wurde bereits unter Prim. Dr. Peter Feischl gelegt, der in den Siebzigerjahren Pionierarbeit in der prothetischen Medizin leistete. Das Projekt wird vom jetzigen Ärztlichen Leiter des LKH Prim. Dr. Zirm geführt. Unter den Vorstandsdirektoren der KAGES Dr. K. Fankhauser und Dipl. Ing. B. Martetschläger  wird der Endausbau des LKH  Mitte 2000 fertig gestellt. Das Krankenhaus umfasst danach folgenden Bettenbestand :
40 Betten - Orthopädie,
70 Betten - Medizinische Abteilung,
  5 Betten - Anästhesiologie.
Es entsteht damit ein zukunftsweisendes modernes Spital.



Verwaltungsdirektoren:

1929 - 1942
Karl WOSCHNAGG
Franz TESCHL
Franz MATSCHATA
Peter MIKSCHA
1942 - 1945
Reservelazarett
1945 - laufend
Peter MIKSCHA
Karl WOSCHNAGG
Rudolf LIST
Franz MATL
Friedrich MESSNER
Karl VOLLMANN
Friedrich STEINWENDER
Johann WENDLER



Pflegedirektorinnen:

1898 - 1964
keine eigene Pflegedienstleitung
1964 - laufend
Eleonore KASSEGGER
Rosa STRASSER
Irene TRITSCHER
Walter LERCHBACHER



Primariate des Landeskrankenhauses Bad Radkersburg:

1898 - 1941
Prim. Dr. Franz KAMNIKER Facharzt für Chirurgie
Prim. Dr. Josef KURAS Facharzt für innere Medizin
Prim. Dr. BÖHM Facharzt für Chirurgie
Prim. Dr. Leopold MEYERSBACH Facharzt für Chirurgie
1942 - 1945 war das Krankenhaus Reservelazarett
1945 - 1949 war das Krankenhaus Notspital und Siechenhaus
Dr. Julius MATTHEY
Dr. Ernst HÖLLER
1949 - laufend
Prim. Dr. Kurt KAMNIKER Facharzt für Chirurgie
Prim. Dr. Erich RIEGLER Facharzt für innere Medizin
Prim. Dr. Wilfried AMANN Facharzt für Chirurgie und Urologie
Prim. Dr. Peter FEISCHL Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie
Prim. Dr. Wolfgang SCHELLNEGGER Facharzt für innere Medizin
Prim. Dr. Bernhard ZIRM Facharzt für innere Medizin
Prim. Dr. Sonja OREHOVSKY Fachärztin für Anästhesiologie
Prim. Doz. Dr. Reinhard EHALL Facharzt für Orthopädie







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 Letzte Änderung: 31.12.2016

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